Die Berufe Pfleger oder Arzthelferin gelten für viele immer noch als Berufe ohne Aufstiegschancen und geringen Weiterbildungsmöglichkeiten. Eine Ausbildung in diesem Bereich bringt mittlerweile aber mehr als man denkt.
Jedes Jahr gegen Ende des Sommers beginnen viele Menschen, darunter überwiegend Jugendliche, mit ihrer Berufsausbildung. Die auf ca. drei Jahre angelegte Lehr- und Lernzeit soll dazu dienen, praktische und theoretische Kenntnisse zu erlangen, um nach Abschluss der Ausbildung selbstständig und kompetent im erlernten Beruf tätig zu sein. Die Auszubildenden besuchen zu diesem Zweck sowohl die Berufsschule als auch den ausbildenden Betrieb im Wechsel und werden so Schritt für Schritt an den Berufseinstieg herangeführt. Wer in den ersten Lehrjahren überdurchschnittliche Leistungen erbringt, kann sogar mit einer Verkürzung der Ausbildungsdauer auf bis zu zwei Jahre rechnen.
Die Tatsache, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung für den Einstieg ins Berufsleben enorm wichtig ist, steht außer Frage. Dennoch bleiben Jahr für Jahr viele Ausbildungsplätze unbesetzt und gleichzeitig viel Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Was paradox klingt, hat aber z.T. ganz einfache Gründe. Die im Gegensatz zur Vergangenheit relativ instabile wirtschaftliche Lage und dadurch geforderte steigende Mobilität und vor allem Flexibilität verunsichern potenzielle Auszubildende zusehends und nehmen nicht selten den Mut sich einfach für das Erlernen eines bestimmten Berufs zu entscheiden. Vereinfacht gesagt haben Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt dazu geführt, dass bei einmal begonnener Ausbildung nicht mehr garantiert ist, dass man während seiner gesamten Berufslaufbahn in dem ausbildenden Betrieb oder sogar im erlernten Beruf tätig sein kann. Diese Umstände machen die Berufswahl zusehends schwerer und viele Berufe verlieren an Attraktivität.
Es ergibt sich daraus natürlich zwangsläufig die Frage, welche Berufe noch Zukunft haben und zumindest mittelfristig einen sicheren Arbeitsplatz versprechen. Ein Berufssektor, den es hier zu nennen gilt, ist die Gesundheitsbranche. Wer gelegentlich das politische Tagesgeschehen verfolgt, weiß, welche Milliardenbeträge in diesen Sektor fließen und wie wichtig dieser Bereich in unserer Gesellschaft ist. Die Entwicklung unserer Bevölkerung lässt darauf schließen, dass diese Bedeutung aufgrund von Überalterung und Übergewicht eher wohl noch steigen wird. Arbeitsplätze im Pflege- und Gesundheitssektor gelten dabei als relativ sicher, und es existieren hier auch schon viele Weiterbildungsangebote, um die eigene Karriere zusätzlich voranzutreiben. Wer mindestens 2 Jahre Berufserfahrung hat, kann oftmals auch ohne (Fach-)Hochschulreife an entsprechenden Schulen einen berufsbezogenen Studiengang belegen. Man sollte sich daher auf jeden Fall damit auseinandersetzten, ob man nicht vielleicht doch eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin oder zum Altenpfleger macht, da diese Berufszweige längst keine sogenannten Sackgassenberufe mehr sind.
20. August